Warum sich die eigene Beziehung mit Baby & Kleinkind oft so schwer anfühlt
Shownotes
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Viele Paare verlieren im Alltag mit Kindern leise die Nähe zueinander – nicht aus fehlender Liebe, sondern aus Erschöpfung. Ich habe dafür eine Übersicht mit einfachen Paar-Ritualen erstellt, die ohne zusätzlichen Druck in den Alltag passen. Hier kannst du es gratis downloaden: https://kaea.activehosted.com/f/1
Kurz vorab: Wir sind Eltern von Baby und Kleinkind. Also genau in dieser Phase, in der man emotional oft am Limit, kognitiv nicht besonders belastbar und manchmal aufgrund von Schlafmangel nicht mehr ganz zurechnungsfähig ist ☺️
Mit älteren Kindern fühlt sich Beziehung möglicherweise schon wieder anders an. Aber: Jede Phase bringt ihre eigenen Herausforderungen.
In dieser Folge teile ich 7 rohe Wahrheiten darüber, wie sehr Elternsein eine Beziehung verändert – körperlich, emotional und im Alltag.
Ich spreche unter anderem darüber:
- wie sich der Rollenwechsel von Paar zu Mama & Papa anfühlt
- warum Nähe und Zärtlichkeit oft weniger werden (und warum das eine Phase sein kann)
- weshalb Müdigkeit abends Gespräche und Zweisamkeit erschwert
- was ein dauerhaft überlastetes Nervensystem mit Beziehung macht
- warum Kommunikation und Konfliktfähigkeit plötzlich entscheidend werden
- wie fremdbestimmt sich der Alltag mit Kindern wirklich anfühlt
- und warum trotz allem Stolz und tiefe Verbundenheit entstehen können
Diese Folge ist ehrlich. Manchmal roh. Und sagt vielleicht genau deshalb: Ihr seid nicht allein mit diesen Herausforderungen.
🎧 Für alle Eltern, die sich ab und an fragen, ob das gerade „normal“ ist ☺️
Transkript anzeigen
00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast das Neuvier, der Podcast für Eltern, die nicht nur funktionieren, sondern sich wieder als Paar fühlen wollen.
00:00:12: Und die Real Talk Schätzen darüber, wie es als Eltern eben auch ist.
00:00:17: Mein Name ist Tanja Zimmermann und ich freue mich, dass du hier bist.
00:00:26: Hallo und herzlich willkommen zu dieser Folge, wo es um sieben Ruhe wahrheiten gehen soll heute.
00:00:35: zum Thema Elternbeziehungen.
00:00:36: Also heute ist wieder eine Real Talk Folge dran und ich hoffe, du weißt, diese Real Talks zu schätzen, ich mach die nämlich tatsächlich ganz ganz bewusst, um einfach zu zeigen oder auszusprechen, ey, wenn ihr das auch so fühlt, wenn ihr das auch so lebt, ihr seid nicht allein, das ist normal oder zumindest geht es anderen auch so.
00:00:57: Achtung, das bedeutet natürlich nicht, dass ich das Maß der Dinge bin, das ist mir völlig bewusst, aber ich möchte auch wirklich ganzheitlich die Themen zur Beziehung, weil man Kinder hat, thematisieren.
00:01:09: Es gibt unfassbar schöne Sachen und es gibt einfach Dinge, die ein bisschen herausfahren und das sind Dinge, die man am Wochen verwestern kann.
00:01:16: Und genau deswegen haben wir heute so ein bisschen eine Kombi aus roher Elternwahrheit, aber auch was kann man denn tun, um damit umzugehen oder auch die Beziehung zusätzlich zu unterstützen.
00:01:28: Und kurz vorab, also die, die dem Podcast schon länger verfolgen wissen, wir sind Eltern von Kleinkind und Baby.
00:01:34: Also wir sind in der Phase, wo man tatsächlich geistig kaum noch belastbar ist aufgrund des Schlafmanges.
00:01:40: Beinahe nicht mehr so rechnungsfähig.
00:01:42: Also es ist wirklich momentan eine Herausforderung an sich.
00:01:46: Man nimmt es, wie es ist.
00:01:47: Ich glaube, es ist mit Eltern und Kindern vielleicht schon ganz anders.
00:01:51: Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, in jeder Phase gibt es Herausforderungen, die eine Beziehung belasten können.
00:01:57: oder auch stärken können und gehört halt alles einfach dazu.
00:02:01: Das macht so aufregend.
00:02:02: Man weiß nie, was kommt.
00:02:03: Das hat der Forrest Gumpf schon gesagt, oder?
00:02:05: Also der hat ja auch diese Pralinen-Schachtel gehabt.
00:02:07: Das Leben ist eine Paralinen-Schachtel.
00:02:09: Du weißt nie, was man kriegt oder was du kriegst.
00:02:12: Ja, also ich meine, ob es für Eltern eine eigene Paralinen-Schachtel gibt.
00:02:15: Also die sind wahrscheinlich schon halb leer gegessen von den Kids.
00:02:19: Da bist du froh, dass du überhaupt noch etwas bekommst.
00:02:22: Und das sind aber auch keine guten Pralinen mehr, weil du möchtest ja, dass sich die Kinder gut und gesund ernähren.
00:02:26: Das sind dann wahrscheinlich irgendwie getrocknete Früchte oder quetsches Pouches, die da drinnen sind.
00:02:31: Aber egal, so ändert sich das.
00:02:33: Kommen wir mal zu den sieben Wahrheiten.
00:02:38: Wahrheit Nummer eins, wenn man Eltern wird vor allem, ist das ganz wichtig und essenziell.
00:02:44: Du machst als Paar einen kompletten Rollenwechsel durch.
00:02:49: Der eine fliegt stärker als der andere oder die eine fliegt stärker als die andere.
00:02:53: Und jedes Paar ist da anders.
00:02:55: Aber, Mama und Papa zu sein fühlt sich ganz anders an als das Paar.
00:03:00: Also, ich muss auch ehrlich sagen, ich sehe meinen Mann auch ganz anders, als ich ihn früher gesehen habe.
00:03:06: So verrückt sich's anhört.
00:03:07: Es ist ja immer noch derselbe Mensch.
00:03:09: Aber es kommt auf einmal die Rolle Papa dazu und ja, alles ändert sich.
00:03:13: Es ändert sich, wie man miteinander umgeht.
00:03:16: Es ändert sich die gesamte Dynamik, weil plötzlich bist du in einer Familie.
00:03:19: Du bist hier für ein Wesenverantwortlich, das du unbeschreiblich liebst.
00:03:25: Aber wo die ganze neue Situation auch Kraft kostet.
00:03:30: Du hast generell viel mehr Verantwortung und dadurch meistens auch weniger Leichtigkeit.
00:03:35: Also, das kommt dir alles dazu.
00:03:37: Es passiert sehr viel.
00:03:38: Man ist mitten in einem Veränderungsprozess.
00:03:40: Und in keinem Kleinen muss man dazu sagen.
00:03:43: Und noch dazu kommt, dass man alles, was man gerne gemacht hat als Paar, vielleicht so nicht mehr geht oder nur noch anders oder vielleicht noch nicht so.
00:03:53: Also zum Beispiel Restaurantbesuche könnten reduziert werden, weil das Kind vielleicht sich doch nicht wohl fühlt oder weil das Kind, weil ich abends einfach schnell ins Bett möchte, ins Kino kann man normalerweise... Nur muss man ehrlicherweise sagen, wenn auf das Kind, auf die Kinder aufgepasst wird.
00:04:09: Bars habe ich seitdem tatsächlich nur noch selten von ihnen gesehen.
00:04:13: Selbst das Thema Freunde treffen kann schwieriger werden, weil man natürlich dementsprechend schauen muss.
00:04:19: passt das fit mit den Kindern, passt die Uhrzeit, was unternehmt man.
00:04:23: Man kann es mit den Freunden eben nicht mehr stundenlang irgendwo im Café-Haus sitzen und quatschen oder auch keine langen Wanderungen machen, wenn nicht fürs Kind da gesorgt ist oder das Kind vom Typus her dazu passt.
00:04:35: Also beispielsweise mit unseren Sohn wandern zu gehen in der sogenannten Buggelkraxen.
00:04:40: Ich weiß gar nicht, ob das ein offizieller Name ist, aber quasi so ein seiner Drucksack, wo das Kind hinten drauf sitzt oder drinnen sitzt.
00:04:46: Also nicht drinnen, aber drauf.
00:04:49: Ja, ging mit unserem Sohn zum Beispiel super, weil da die Natur gesehen, dann ist er zwischendurch immer rumgelaufen, dann kam er wieder rein, er hat sogar da drin geschlafen.
00:04:58: Also das war alles top.
00:04:59: Aber jetzt zum Beispiel zu sagen, hey, treffen wir uns in Wien auf einen Café und quatschen dann mal zweieinhalb Stunden und unser Sohn sitzt da halt daneben und beschäftigt sich selbst.
00:05:08: Keine Chance, keine Chance.
00:05:10: Bei unserer Tochter könnte ich mir schon vorstellen, jetzt sogar schon, die ist vom Gemüt einfach ganz anders, dass das mit ihr eher gehen würde, weil sie sehr stark beobachtet, also sie ist schon durch Beobachtungen so beschäftigt von anderen Menschen, dass das für sie schon das Programm ist.
00:05:26: Unser Sohn braucht Action, der braucht Abenteuer, das heißt auch da nicht alles geht mir so, wie man es mochte.
00:05:33: Oder mein Mann und ich, wir haben es geliebt, Fahrrad fahren zu gehen, das geht halt... eigentlich bis zum gewissen Zeitpunkt nicht oder erst später wieder.
00:05:41: Wir waren mit unserem Sohn viel Fahrrad fahren, dann kam im nächsten Frühjahr seine Schwester auf die Welt und dann waren wir im Sommer halt gar nicht Fahrrad fahren, weil irgendwie könnte nur einer mit ihm fahren, aber wir wollten immer was gemeinsam unternehmen.
00:05:56: und jetzt freuen Menschen sehr oft nächsten Sommer, wenn wir das wieder angehen können.
00:06:00: Also es ändert sich die gesamte Freizeit.
00:06:02: Es ändert sich die Rolle.
00:06:03: Es kommen neue Rollen dazu.
00:06:05: Du kommunizierst ganz anders, du kommunizierst teilweise viel weniger oder viel schneller auch, weil nicht so viel Zeit bleibt.
00:06:12: Es ändert sich alles.
00:06:13: Und ich find's so spannend, weil als wir das Kind bekommen haben, also unseren Sohn und ich schwanger war, haben die meisten gesagt, es ändert sich irgendwie alles und du wirst weniger schlafen.
00:06:23: Aber was dieses alles bedeutet, hat niemand konkretisiert.
00:06:26: und auch... Was es bedeutet, Schlafmangel zu haben, zu dem komm ich nachher.
00:06:30: Du hast auch keine Ahnung.
00:06:32: Du kannst dich nicht vorbereiten.
00:06:34: Keine Chance.
00:06:34: Du musst dich einfach darauf einlassen.
00:06:36: Und vor allem, du weißt ja noch gar nicht, wenn du schwanger bist oder ein Baby erwartest, wie das Temperament des Kindes sein wird.
00:06:43: Also das ist ja sowieso das größte Überraschungsei überhaupt.
00:06:48: Du musst abwarten und du musst das Kind mal kennenlernen, um zu verstehen, was geht und was geht nicht mehr.
00:06:54: Davor kann er das keiner sagen.
00:06:56: Also wir rollen gleich so, der ist nicht ohne.
00:06:59: Und das glaube ich auch ganz wichtig, dass man sich mental einfach darauf einstellt, gar nicht auf irgendwas bestimmtes, weil das geht nicht, aber einfach mental flexibel zu bleiben und wirklich zu leben und zu fühlen.
00:07:11: Schauen wir mal, was kommt und wir machen das Beste draus und freuen uns über alles, was kommt und lösen alles, was schwierig wird.
00:07:19: Denn der zweite Punkt, der kann schon eine Herausforderung sein, nämlich das Thema Nähe.
00:07:25: Zeitlichkeit und Verbundenheit.
00:07:26: Also gerade zu Beginn wird es meistens zwangsweise weniger.
00:07:30: Ich spreche jetzt mal von uns.
00:07:31: Wie gesagt, wir sind nicht das Maß der Dinge.
00:07:34: Aber gerade bei unserem Sohn, beim ersten Kind, da war ich zum Beispiel so mit Stillen beschäftigt.
00:07:40: Alles hat so ewig lang gedauert.
00:07:42: Die Nächte waren Wahnsinn.
00:07:44: Also ich war den ganzen Tag mit dem Kind am Tun und am Werken und waren oft so... Ich sag mal, overtutscht.
00:07:50: Also ich war so, ich wollte nicht mehr angefasst werden.
00:07:53: Ich hatte den ganzen Tag den Kleinen bei mir.
00:07:55: Also Berührungen, boah, ging überhaupt nicht.
00:07:58: Wirklich gar nicht.
00:07:59: Und das nicht nur eine Woche lang, das hat sich teilweise modet lang gezogen, bis das wieder eine Normalität bekommen hat.
00:08:05: Und aber auch nicht die, wie es davor war, sondern eine neue Art der Normalität.
00:08:10: Und man ist einfach so extrem überreizt oder ich war es.
00:08:14: Was soll ich da sagen?
00:08:15: Es ändert sich.
00:08:15: Und es ist wirklich, es ist eine Phase, Aber ich glaube auch, was uns sehr geholfen hat, war erstens das zu akzeptieren, dass es so ist und nicht dagegen anzukämpfen, weil das sonst sehr viel Druck reinbringt.
00:08:27: Also das haben wir bei ihm beim Sohn mehr gehabt.
00:08:30: Also da haben wir uns wirklich selbst darunter Druck gesetzt.
00:08:33: Und bei der Tochter haben wir schon gewusst, was es ist und haben gesagt, wir geben uns Zeit und das darf sich wieder einspielen, aber es darf auch eine Zeit dauern, bis er sich einspielt.
00:08:42: Und das hat wirklich erleichterung geschaffen.
00:08:45: Aber ich glaube, da ist auch deswegen auch der Titel, das neue wir.
00:08:49: Es ist dann einfach neu.
00:08:50: Es ist dann vielleicht anders.
00:08:52: Du hast doch was Zärtlichkeit betrifft.
00:08:54: Du hast teilweise am Anfang gar keine Zeit, um zu kuscheln.
00:08:57: Weil jeder ist immer irgendwie beschäftigt mit dem Kind.
00:08:59: Du möchtest vielleicht gar nicht kuscheln, wenn du überreizt bist.
00:09:02: Du fühlst dich vielleicht nicht zu verbunden, obwohl du in deinem Dach bist.
00:09:06: Vielleicht auch aufgrund des Rollenwechsels, wo man reinfinden muss.
00:09:09: Und das alles braucht vor allem auch Zeit.
00:09:11: Und das ist, glaube ich, der wesentliche Faktor Zeit und Akzeptanz, dass es halt einfach so ist und offene Gespräche darüber, was die Bedürfnisse des anderen sind.
00:09:21: Also im Sinne von ich sehe dich, auch wenn wir vieles vielleicht nicht gleich ändern können, aber ich sehe dich.
00:09:27: Wir sind deine Bedürfnisse wichtig.
00:09:29: Aber das ist so ein wichtiges Thema, das werde ich in einer eigenen Podcastfolge nochmal aufgreifen, weil es ist super spannend.
00:09:34: oft ein Tabuthema, nämlich das Thema Sexualität, wenn man eine Familie ist, also wenn man Kinder hat.
00:09:40: Wie sich das Ganze auswirkt, wenn man Kinder hat.
00:09:43: Weil dann kommen wir gleich einmal zu Punkt drei.
00:09:46: Müdigkeit um Gottes Willen.
00:09:49: Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es heißt.
00:09:50: Also die Eltern, Eltern ganz sicher, ja?
00:09:53: Leute, die keine Kinder haben.
00:09:54: Ganz ehrlich, ich habe in der Arbeit auch wenig geschlafen, weil ich viel gearbeitet habe.
00:09:58: Ich bin teilweise nachts noch von A nach B gefahren und ... Vater drei Stunden gedauert, ich war im zwei Rollen Bett, musste um sechs wieder aufstehen.
00:10:06: Mal abgesehen davon, dass ich jünger war, hatte ich einen viel tieferen Schlaf, weil einfach ungestört war.
00:10:11: Ich war schon müde in meinem Leben, aber das ist nichts im Vergleich zur Müdigkeit mit, in dem Fall bei uns, kleinen Kindern.
00:10:18: Also ich hatte teilweise... Vormittage, wo ich den Atem dabei gesehen habe, wo ich mir dachte, okay, ich kann dann endlich schlafen gehen oder ich habe endlich Zeit, mit meinem Mann in Ruhe über alles zu besprechen, was wir besprechen müssen oder vielleicht auch ein bisschen Zweisamkeit genießen können.
00:10:35: Aber die Wahrheit war, ich war am Abend oft so müde.
00:10:39: Ich war viel zu müde.
00:10:41: Ich bin teilweise eingeschlafen, obwohl das der einzige Zeitslot war, wo wir in Ruhe miteinander reden konnten.
00:10:47: Das ist halt auch etwas, das... Darauf kann man sich nicht vorbereiten.
00:10:51: Man merkt erst, wie krass das ist, wenn man da durchgeht.
00:10:54: Und ich muss ehrlich, weil es eine Müdigkeit beeinflusst auch den gesamten Tag.
00:10:57: Es ist nicht nur so, dass man am Morgen aufstehen müde ist, man ist auch den ganzen Tag generell vielleicht gereizt.
00:11:04: Da hat eine dünnere Haut, sagt man da auch, oder?
00:11:07: Man ist dünn heutiger.
00:11:08: Man ist deswegen vielleicht auch ein bisschen streit, lustiger.
00:11:10: Also, da kommt vieles dazu.
00:11:12: Und das ist halt auch etwas Müdigkeit begleitet über Jahre.
00:11:16: Und deswegen ... Es gehört einfach dazu.
00:11:19: Wenn es euch so geht, das ist ganz normal.
00:11:21: Also die extreme leppende Müdigkeit, die vieles, vieles einfach wegstreicht von dem, was man früher gewohnt war.
00:11:29: Punkt vier möchte ich auch nur ganz kurz ansprechen, weil es wichtig ist, aber das ist so ein tolles Thema, dass es dazu eine eigene Folge geben wird, nämlich wie überlastet das eigene Nervensystem ist, wenn man Kinder hat.
00:11:42: Ganz ehrlich, ich dachte wirklich, ich bin belastbar.
00:11:44: Ich hatte einen sehr fordernden Job, ich war Führungskraft für verschiedene große Teams, habe sehr viele Verantwortung geschultert, bin da immer wieder hin und her gependelt, ich dachte wirklich, ich bin resilient.
00:11:55: Aber Kinder heben das echt auf ein neues Level, also es kommt natürlich sicher darauf an, wie das Kind ist, von Temperament her, was es braucht, wie viel es ins Starkes ist.
00:12:06: Aber mein Nervensystem hat vor allem bei unserem Sohn erstes Kind und noch dazu ein Kind, das sehr schnell sehr stark gewusst hat, was es will und was es nicht will.
00:12:16: Also mein Nervensystem war quasi im Dauerlauf auf Alarm unterwegs und das hat natürlich auch die Beziehung mit meinem Mann belastet, den ich liebe, aber ich war ständig angespannt.
00:12:28: Wie viel Geduld und Fokus hat man da schon für den Ehemann oder auch die Frau, die Partnerin, wenn man eigentlich die Geduld, die noch übrig bleibt?
00:12:38: immer ins Kindemistiert.
00:12:39: Und da immer da ist.
00:12:40: Da immer versucht wirklich auf Augenhöhe zu ziehen, soweit das möglich ist, immer zu verhandeln.
00:12:46: Und das geht sogar soweit beim Nervensystem, wenn das überlastet ist.
00:12:50: Also eine Freundin von mir hat mir erzählt und die liebt ihre Mann wirklich auch sehr.
00:12:53: Aber die hatte Abend, der da konnte, da ist er nebenher gesessen und sie hat sich gedacht, warum bist du da?
00:12:59: Er hat nicht mal was gemacht, er hat im gemeinsamen Fair-Series geschaut.
00:13:02: Aber sie dachte sich, ich halte jetzt gerade niemand andere aus, die Kinder.
00:13:05: Wir haben jetzt endlich geschlafen.
00:13:07: Ich war den ganzen Tag für andere da.
00:13:08: Ich will eigentlich alleine sein.
00:13:10: Man ist einfach drüber, also über die eigenen Grenzen.
00:13:13: Und deswegen möchte ich ihr meine Folge dazu machen, weil eigentlich ist Kinderziehung gleichermaßen auch die Balance mit dem eigenen Nervensystem.
00:13:21: Und das ist super spannend.
00:13:23: Da habe ich mich extrem viel damit beschäftigt, was das Nervensystem überhaupt ist.
00:13:27: Was das Nervensystem braucht und vor allem, was hilft mir, wenn ich wirklich merke, ich bin gerade wirklich kurz vor der Grenze, was hilft mir schnell, um wieder runterzukommen.
00:13:37: Und da werde ich gerne eine eigene Folge machen, weil es wirklich super spannend ist und ich möchte diesen Thema mehr Raum geben, weil es so wichtig ist für die Lebensqualität mit Kindern, mit dem Partner, für den Selbst.
00:13:49: Kommen wir dann zum fünften Punkt.
00:13:51: Der fünfte Punkt, die Ruhe, Wahrheit, zur Elternbeziehung, ist, wie sehr sich die Kommunikation verändert und wie hart die Konfliktfähigkeit auf die Probe gestellt wird.
00:14:01: Kommunikation und Konfliktfähigkeit.
00:14:03: Das ist es.
00:14:03: Ja, also darum geht es oftmals.
00:14:05: Wie sehr sich das verändern kann und wie wichtig es ist, dass man immer auf Augenhöhe und Respekt vor miteinander umgeht.
00:14:12: Auch in den stressigsten Situationen und da ist es eben genauso.
00:14:16: Im Stress verändert sich oftmals unser Verhalten.
00:14:19: Eben je nachdem, was für ein Muster wir in uns tragen.
00:14:23: Und das ist nicht immer fair.
00:14:25: Da ist auch wichtig, dass eben dann die Beziehung nicht darunter leidet.
00:14:29: und vielleicht habt ihr als Paar schon einen Mega-Weg gefunden oder habt sowieso immer schon diesen Weg gehabt, wo man so miteinander umgeht, aber selbst wenn nicht, seid ihr sicher nicht alleine und bei dieser Herausforderung gibt es auch Lösungen.
00:14:41: So, der sechste Punkt von sieben.
00:14:46: Wie verempt bestimmt man ist in seiner reinsten Form?
00:14:49: Also wie oft habe ich gehört und selbst gesagt, wenn wir mal Kinder haben, dann... wenn sich die Kinder uns anpassen.
00:14:57: Ich kann mich auch erinnern, ich als Kind.
00:15:00: Meine Eltern, wie man oft beim Heurigen, das ist quasi so eine Art Gasthaus in den Weingebieten noch rund um Wien, wenn ich müde war auf der Heulenbank, bin ich eingeschlafen.
00:15:09: Also da gab es sowas wie eine Abendroutine nicht oder noch nicht.
00:15:13: Oder sie waren mir nicht bewusst.
00:15:14: Also habe ich mir auch immer gedacht, ach Gottchen, das werden meine Kinder auch machen.
00:15:18: Nur das Thema ist, ich war damals kein Kleinkind, ich war damals schon ein Kind.
00:15:22: Und mir war nicht bewusst, wie anders Baby- und Kleinkindphase zum Kind zur Kinderphase sein können, weil ... woher auch, bevor mein Mama ist oder wenn man auch keine Kinder im Umfeld hat.
00:15:33: Und natürlich ist je nach Baby, nach Kleinkind und ihren Temperament eine Anpassung auf jeden Fall möglich.
00:15:38: Also ich kenne Paar, die reisen mit ihrem Kind nonstop, die nehmen's mit zum Oktoberfest, das Kind hat Kopfhörer auf, die gehen mit dem Kind abends noch essen, weil es schläft dann einfach im Kinderwagen.
00:15:48: Und ich finde auch zum Beispiel, wenn du ein Baby hast, also zum Beispiel unsere Tochter, als Baby, da hättest du überall hingehen können mit dir.
00:15:55: Weil die hat so viel geschlafen, die hat sich für nichts zu Ruhe bringen lassen.
00:15:58: Aber sobald Kinder etwas größer werden, also sobald das Baby wacher wird, mehr Ruhe braucht, wenn er schläft, nicht mehr so ein Schöpftes vielleicht von der Geburt, also spätestens da, musst du auf das extremen Rücksicht nehmen, weil sonst die Kinder... noch überreizter möglicherweise sind oder gar nicht mehr schlafen und dann völlig erschöpft sind und dementsprechend über anstrengend.
00:16:19: und meistens endet das darin, dass die Eltern dann über anstrengend sind und nicht nur das Schlafesfremd bestimmt, weil es beeinflusst ja die gesamte Beziehung.
00:16:27: Also wir haben vorhin auch über das Thema Nähren so gesprochen, aber in Wirklichkeit alles rundherum ändert sich.
00:16:34: Also selbst wenn du eine Routine hast, das Kind wird krank und du musst wieder deinen ganzen Alltag umwerfen.
00:16:39: Ja, du musst immer wieder überlegen, wer bleibt beim Kind zu Hause, wenn beide vielleicht schon arbeiten oder kann niemand früher von der Arbeit kommen, etc.
00:16:46: Also du bist wirklich einfach vor allem in der kleinen Kindheit sehr fremdbestimmt.
00:16:51: Und das ist sicher etwas, was in der heutigen Zeit bei uns Paaren ohne Kinder eine Riesenveränderung sein kann, weil sind wir uns ehrlich, wir eigentlich alles machen können, was wir wollen, vor allem in Europa oder in anderen bestimmten Ländern.
00:17:04: Also es gibt eigentlich fast keine Grenzen.
00:17:07: Und auf einmal hast du aber Grenzen, die du dir selbst so nicht ausgesucht hast.
00:17:11: Du hast dir das Kind ausgesucht.
00:17:13: Das war wahrscheinlich eine Berufsentscheidung.
00:17:15: Aber alles, was damit er hergeht, das hat man oft gar nicht zum Schirm.
00:17:19: Man denkt sich nur, war wird Menschen irgendwie lösen.
00:17:21: Aber für das muss man dann einfach akzeptieren.
00:17:23: Und das ist ganz spannend, weil wir unterscheiden immer zwischen Kontrollbereich und Akzeptanzbereich.
00:17:29: Also was kann ich kontrollieren?
00:17:31: Was kann ich akzeptieren oder muss ich akzeptieren?
00:17:33: Weil ich es nicht selbst in der Hand habe.
00:17:35: Und wenn man kein Kind hat, dann hat man meistens einen sehr großen Kontrollbereich, was die eigene Freizeitgestaltung und Lebensgestaltung betrifft, und ein eher kleineren Akzeptanzbereich.
00:17:45: Sobald das Bewerber da ist, kann es sein, dass der Kontrollbereich immer kleiner wird und der Akzeptanzbereich auf einmal riesig wirkt.
00:17:53: Es wird mit der Zeit dann auch besser.
00:17:55: Einerseits, wenn man sich an diese Gegebenheiten gewöhnt, oder auch, wie älter die Kinder werden, man dementsprechend, wie soll ich sagen.
00:18:02: da auch immer wieder flexibler wird und automatisch mehr wieder in die Kontrolle zurückkommt.
00:18:06: Aber es ist einfach eine Wahrheit, dass es bis zum größten Grad eine große Veränderung darstellt.
00:18:13: Und damit kommen manche besser und manche schlechter zu recht als Eltern.
00:18:16: Mein Mann hat sich da viel leichter getan, als ich mir leicht getan habe.
00:18:21: Ich hab zum Beispiel extrem die Arme, der vermisst, wo wir immer essen waren.
00:18:24: Das war so unser Ding.
00:18:25: Und auf einmal bist du jeden Abend zu Hause, also wirklich jeden Abend zu Hause, weil die Kinder, also unsere Kinder wollten dann halt einfach ins Bett.
00:18:32: Und dann sitzt du da und hast eigentlich nicht mehr dieses coole Abenteuer mit unterwegs sein, sondern die eigenen Verwände.
00:18:39: Und auch wieder eine eigene coole Struktur und Routine reinzubringen, wenn es denn möglich ist, das dauert.
00:18:45: Und das kann für Unzufriedenheit sorgen.
00:18:47: Also das, ich will damit sagen.
00:18:49: Das kann dazugehören, das ist normal.
00:18:52: Damit kommen wir schon zur siemten Wahrheit und das finde ich aber besonders kraftvoll, um das Ganze nochmal umzudrehen.
00:18:58: Es ist nämlich schon so, man ist schon extrem stolz darauf, als Eltern, trotz allseher Herausforderungen, was man geschaffen hat, dass man eine Familie ist.
00:19:08: Es verbindet einfach zwangsweise ein Leben lang.
00:19:11: Man genießt doch die kleinen Momente unfassbar, jene, die neu da sind oder jene, die wieder zurückkommen.
00:19:18: Also, alleine heute Morgen, als unser Sohn da gesessen ist, der hat irgendwas gespielt und hat dann die ganze Zeit gesagt, tschau, Sissi sagt immer Sissi für Schwester, also Sister.
00:19:27: Und hat ihr quasi alles gezeigt, wie er spielt, jetzt hat er uns hier zugeschaut und gelacht.
00:19:31: Und das sind so Momente, wo man sich denkt, wow, also da geht einfach das Herz auf, oder?
00:19:36: Dass das gleich so viel ist aus und man ist einfach so stolz auf sich als Paar, dass man da so einfach Leben geschaffen hat.
00:19:44: Und man genießt diese Momente unfassbar, auch wenn die Kinder einem ein Bus geben, dich umarmen, dich anlachen.
00:19:50: Es ist unglaublich.
00:19:51: Man genießt auch die Momente, die zurückkommen, weil man weiß, dass sie nicht selbstverständlich sind.
00:19:56: Wie Zeit zu zweit, wie Zeit für eine Armung.
00:20:00: Also das gehört einfach auch dazu.
00:20:02: Und auch das ist eine Riesenwahrheit.
00:20:04: Zu allen Überforderungen kommt so viel Freude und so viel einzigartige Liebe, die man wahrscheinlich ohne Kinder so gar nicht fühlen, kann, weil das einfach mit den Kindern gleichzeitig einhergeht.
00:20:17: Achtung, das heißt nicht automatisch, dass man was verpasst, wenn man keine Kinder möchte, aber es ist einfach so, man kriegt einfach das Gesamtprogramm, wenn man ein Kind bekommt und das ist, das ist schön.
00:20:27: Also es ist mit vielen Herausforderungen zu verbunden, aber es ist auch so viel da und wichtig ist eben, was es für die Beziehung drehen.
00:20:34: oder wie kann ich die Beziehung auch durch die Herausforderungen stärken.
00:20:37: Und da möchte ich so ganz kurz so kleine Snippets mitgeben, darüber nachzudenken.
00:20:42: oder einfach für sich mitzunehmen, weil ich denke, aus meiner Erfahrung her hat es sehr viel mit Haltung zu tun, also wie stehe ich zu dem Ganzen.
00:20:50: Und ich glaube, ein ganz wesentlicher Tipp ist, dass man einfach, auch bevor man das Kind bekommt, aber auch währenddessen immer emotional bereit ist, dass man als Paar einfach, vor allem für eine gewisse Phase, kaum Zeit miteinander hat.
00:21:05: Dass es auch ein Phasenwechsel ist, wo man sich manchmal distanziert voneinander fühlt und manchmal wieder näher.
00:21:11: und dass diese Distanz da sein darf in einem gewissen Zeitpunkt, aber das Ziel immer ist, sich wiederzufinden.
00:21:18: Das Zweite ist, dass man sich um sein Nervensystem bemühen muss.
00:21:22: Deswegen gibt es auch dann die eigene Folge, die da kommen wird, vor allem in den kleinen Momenten, weil im Alltag mit Kindern hast du keine großen Momente.
00:21:30: Also sich da hinzusetzen und zehn Minuten zu meditieren ist schon grenzwertig, vor allem wenn du Kinder hast, die zu Hause sind und die noch klein sind.
00:21:38: Aber da werde ich noch eine eigene Folge dazu machen.
00:21:41: Ich glaube auch Kommunikation ist ganz wichtig, also als Tipp Verständnis und Akzeptanz für den anderen immer wieder zu haben.
00:21:49: Verständnis, dass der andere auch müder sein darf, fertig ist, sich vielleicht mal im Thron vergreift, weil er oder sie eben auch die Grenze schon erreicht hat.
00:21:58: Und dass man vor allem nie mit einem Konflikt schlafen geht, sondern wirklich alles im Vorfeld noch ausspricht, wenn es geht Ruhe in Ruhe.
00:22:09: Dass man aber auch darüber spricht, wenn es um Nähe und Intimität geht, wo alle Bedürfnisse da sein dürfen.
00:22:15: Und wenn der einen nur sagt, er vermisst den Partner, er fühlt sich nicht zu verbunden, dass der andere versucht es nicht persönlich zu nehmen, sondern mal anzunehmen, Verständnis zu zeigen.
00:22:26: Das verändert extrem viel, wenn man trotzdem sich gesehen fühlt.
00:22:32: Und was ich wirklich sagen kann, noch als Tipp.
00:22:34: nie müde oder hungrig Diskussionen starten.
00:22:37: Also Feedback braucht auch das richtige Timing.
00:22:41: Wenn dich mal was am Partner an der Partnerin stört, nicht sofort aussprechen, das wäre ein großes Learning für mich.
00:22:46: Ich bin jemals, ich spreche alles sofort aus, vor allem, wenn ich müde bin oder unkonzentriert durch den Schlafmangel, wenn ich es sonst vergesse.
00:22:53: Deswegen sage ich immer alles gleich.
00:22:55: Aber es bedeutet nicht, dass das der richtige Zeitpunkt ist.
00:22:58: Weil manchmal ist der Zeitpunkt so falsch, dass das Feedback auch gar nicht ankommen kann oder es sogar in einem Streitgespräch endet, was noch mehr Energie kostet.
00:23:07: Und da denke ich immer in dieses Nickerswerbung.
00:23:09: Ich glaube, das heißt ja so, du wirst so diva, wenn du hungrig bist.
00:23:13: Und man wird auch so diva, weil man sehr müde ist.
00:23:15: Das kann ich bestätigen, von dem wir wirklich nie müde oder hungrig große Diskussionen starten oder Feedback geben, was der andere anderen anders machen soll.
00:23:24: immer überlegen, passt das Feedback jetzt und vor allem auch wilder Partner, die Partnerin das Feedback haben jetzt im Moment.
00:23:33: Also ich frag meinen Mann dann auch oft, möchtest du jetzt von mir was hören oder soll mir später drüber reden?
00:23:39: Und da darf es sich wirklich aussuchen.
00:23:40: Ja, weil wenn er emotional nicht bereit ist, dann muss ich das akzeptieren und auch annehmen dürfen, sollen, werden.
00:23:49: Genau.
00:23:51: Und damit werden wir mit unseren sieben Wahrheiten über Elternbeziehungen fertig.
00:23:57: Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen.
00:23:58: Wenn ja, bitte lasst sehr gerne eine positive Rezension.
00:24:01: Da würde ich mich wahnsinnig darüber freuen.
00:24:04: Wenn du sagst, hey, da fehlt noch die eine oder andere Wahrheit, komm gerne auf meinen Instagram-Kanal, ist alles in den Show Notes verlinkt und schreib sie gerne dazu.
00:24:11: Auch gerne deine Meinung, auch gerne Feedback zur Podcast-Folge.
00:24:14: Ich würde mich unfassbefreuen und freue mich noch mehr.
00:24:19: Na, so viel Freude für mich heute, wunderbar, wenn du nächste Woche wieder mit dabei bist, wenn es um eine neue Folge geht.
00:24:26: Mach's gut und wunderschönen Tag mit der Familie, mit deinen Partner, deiner Partnerin.
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